Malaysia Teil 1: Kuching & Bako

Unsere Reise startete in Kuching, der Hauptstadt des Staates Sarawak auf der Insel Borneo. Nach einer etwa 20-minütigen Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen zu unserem Hostel betraten wir zum ersten Mal das Indah Café, welches sich wenige Meter von unserer Unterkunft entfernt befand. Dort aßen wir uns in den kommenden Tagen fast durch die gesamte Karte und sind noch immer hin und weg. Besonders angetan hatte es uns der Kokosshake, ein Eisshake aus Kokosmilch mit einer Kugel Kokoseis oben drauf. Außerdem gab es unglaublich leckeres Tempeh auf Sandwiches, auf Roti und als Chips.

Während wir die Stadt erkundeten, kauften wir ein paar Bananen für unser improvisiertes Frühstück am nächsten Tag (1kg für 5 MYR, also ca. 1 Euro). Außerdem sahen wir die ersten frischen Kokosnüsse, die für 7 MYR (ca. 1,50 Euro) pro Stück angeboten wurden. Das war uns eindeutig zu teuer, da wir auch für die Bananen bereits den “Touristen-Preis” gezahlt hatten. In den darauffolgenden Tagen bekamen wir Kokosnüsse relativ zuverlässig für 4-5 MYR, die Preise waren hier in Kuching nicht verhandelbar.

Nach einem kleinen Snack im “Bear Garden” (eine vegane Bar, die ehrenamtlich betrieben wird und einen Teil der Erlöse an ein Orang-Utan-Recovery-Projekt spendet) bot sich uns der wohl spektakulärste Sonnenuntergang, den wir jemals gesehen haben. Von einer Minute auf die andere wurde der Himmel feuerrot und die Wolkenformationen sahen aus, wie nicht von dieser Welt. Das Ausmaß dieses Spektakels wurde uns erst bewusst, als wir die Fotos anschauten, die wir von der Darul Hana Brücke aus aufgenommen hatten. Selbst die Handyfotos sehen aus, als hätte man einen starken Filter darübergelegt. Dementsprechend ist auch das Bild unten nahezu unbearbeitet.

Der Bako National Park

Durch Zufall fanden wir auf unserer Entdeckungstour durch Kuching noch die Bushaltestelle, von wo aus ein öffentlicher Bus nach Bako fährt. Von dort aus begaben wir uns am Tag darauf sehr früh mit dem ersten Bus (7 Uhr) zum gleichnamigen National Park. Die Fahrt kostete 5 MYR (ca. 1 Euro) pro Person und dauerte 45 Minuten. 

Obwohl sich der Bako National Park nicht auf einer Insel befindet, kann man den Eingang nur mit einem kleinen Boot erreichen. Wir stellten uns also zunächst in eine Warteschlange, um ein Ticket für ein kleines Boot zu kaufen, das uns zum Ausgangspunkt der Trails brachte. Danach stellten wir uns in eine weitere Schlange, um den Eintritt zum National Park zu zahlen. Insgesamt wirkte alles unglaublich unorganisiert und hektisch, sodass wir froh waren, als uns schließlich eine wild gestikulierende Dame ein kleines Boot zuteilte. An der Anlegestelle waren große Schilder angebracht, die vor Krokodilen warnten. Wir nutzten die Wartezeit, um nach den wilden Tieren Ausschau zu halten. Auf der anderen Seite des Flusses sahen wir zahlreiche Häuser auf Stelzen im Wasser stehen, wo die Einheimischen schon früh am Morgen hart arbeiteten. Ein Krokodil war weit und breit nicht zu sehen.

Nach gut 15 Minuten Fahrt kamen wir an unserem Ziel an, wo wir barfuß durch das flache Wasser und über einen von Millionen kleinen Krabben bevölkerten Strand zum Startpunkt der Wanderwege liefen. Mittlerweile war es schon 9 Uhr und die Sonne stand bereits sehr hoch am Himmel. Die Chance, Tiere zu sehen, schwand von Minute zu Minute.

Am Parkeingang angekommen, bekamen wir eine Karte vom Park ausgehändigt. Vorher trugen wir uns in eine weitere Liste ein und nahmen dankbar die Hinweise des Rangers entgegen, der uns die Wege 3 und 6 empfahl. Dort sollten wir die vom Aussterben bedrohten Nasenaffen (Proboscis monkeys) sehen können. Hinter uns kamen mehr und mehr Besucher an, sodass wir keine weitere Zeit verstreichen ließen, und uns auf den Weg zu Pfad 3 machten.

Unsere erste Wanderung durch den Bako National Park führte uns durch dichten Regenwald, vorbei an riesigen Felswänden, bis hin zu einem kleinen Strand am Ende des Pfades. Tiere sahen wir leider keine, was uns nicht überraschte, aber dennoch ein kleines bisschen enttäuschend war.

Um zum nächsten Pfad zu gelangen, liefen wir den Weg zurück und stiegen eine steile Steintreppe hinauf. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, was vor uns lag. Als wir oben angekommen waren, waren wir nicht mehr von schützenden Bäumen umgeben, sondern der glühenden Hitze ausgesetzt. Wir kamen nach Bako, um in einem der letzten Regenwälder zu wandern. Stattdessen fanden wir uns auf Holzstegen wieder, die uns schutzlos durch die brennende Mittagssonne führten. Zum Glück hatten wir ausreichend Wasser eingepackt! Am Tiefpunkt unserer Motivation angekommen, liefen wir dennoch weiter und hofften, dass sich der Weg doch noch änderte. Leider vergebens. Auf unserem Weg begegneten wir immer wieder anderen Besuchern, denen die Anstrengung ebenfalls ins Gesicht geschrieben stand. Einige von ihnen nutzten jedes noch so kleine Stückchen Schatten aus, um sich kurz zu erholen. Von wilden Tieren war auch hier weit und breit nichts zu sehen. Jim entdeckte eine Schlange im Gras, die jedoch sehr schnell vor uns und der glühenden Hitze floh.

Endlich erreichten wir den auf einer Klippe gelegenen Aussichtspunkt am Ende des Pfades, wo uns ein großer Baum etwas Schatten spendete. Ein weiterer Pfad führte nach unten zum Strand. Wir beschlossen, diesen zu ignorieren und uns oben auf der Klippe etwas auszuruhen, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Zwei kleine Affen (Macaques) hangelten sich am Baum hinunter und versuchten, den anderen Wanderern Kameras und Essen zu klauen. Einer der Guides, der gerade mit einer völlig erschöpften Gruppe am Aussichtspunkt angekommen war, konnte sie davon abhalten.

Was wir bis heute nicht verstehen: wie konnte uns der Ranger guten Gewissens empfehlen, diese Route in der Mittagssonne zu nehmen? Und warum wurden so viele andere Touristen dort entlang geführt? Leider hatten wir nicht die Möglichkeit, die anderen Wege in Bako zu erkunden, weshalb wir den Park etwas enttäuscht verließen. Trotz allem können wir nur jedem den Besuch des National Parks ans Herz legen und empfehlen, die Schönheit von Bako über die anderen Pfade zu erkunden. Wer Tiere sehen und in Ruhe wandern möchte, hat außerdem die Möglichkeit, im Park zu übernachten.

Als wir wieder beim Parkeingang angekommen waren, hielten wir nach unserem Boot Ausschau, das uns zurück zur Ablegestelle bringen sollte. Um 15:00 Uhr sollten wir mit dem selben Boot zurück fahren, mit dem wir angekommen waren. Wir waren eine Stunde zu früh dran und es schien unmöglich, in ein anderes Boot zu steigen. Nachdem wir ein paar kühle Getränke gekauft hatten, machte ich es mir im Schatten unter Palmen gemütlich und genoss den leichten Wind, der aufgekommen war. Jim nahm noch einmal seine Kamera und beobachtete die Äffchen und Wildschweine, die am Strand umher liefen.

Um 15:00 Uhr fanden wir heraus, dass die Boote nicht mehr dort ablegten, wo wir angekommen waren. Stattdessen fanden wir diese zusammen mit zahlreichen wartenden Besuchern am Steg auf der anderen Seite des Strandes. Die Abreise wurde noch chaotischer als die Anreise, da nun wirklich alle Besucher auf ihre Abreise warteten und niemand wirklich wusste, wie er „sein“ Boot finden sollte. Schlussendlich hatten wir unser Boot gefunden und konnten zurück zur Stadt fahren. Die erste Person, die wir sahen, als das Boot angelegt hatte, war ein winkender Taxifahrer. Dieser erklärte uns, dass wir unseren Bus nach Kuching gerade verpasst hatten und eine Stunde warten müssten, wenn wir seine Dienste als Fahrer nicht annahmen. Da wir ihm nicht ganz abkauften, was er sagte, machten wir uns auf den Weg zur nahegelegenen Bushaltestelle. Und dort stand er, unser 5-MYR-Bus nach Kuching. Wir kauften noch zwei große Kokosnüsse, die wir sogar mit in den Bus nehmen durften. Erschöpft aber glücklich genossen wir die Abkühlung, die uns unser Getränk und die Klimaanlage im Bus gab.
 

Da das Abendessen unsere erste richtige Mahlzeit an diesem Tag war (vorher gab es Proteinriegel, Nüsse und Bananen), aßen wir gleich zweimal. Im Indah Café gab es den obligatorischen Kokosshake, Tempeh, einen Burger und einen richtig guten Limetten-Kuchen. Später gab es für Jim noch ein Curry im Fig Tree Café, während wir den Regen beobachteten, der sich durch gefährlich schwarze Wolken angekündigt hatte. Da auch ich später noch einmal etwas Hunger bekam, besuchten wir den Bear Garden ein zweites Mal. Diesmal gab es (leider extrem versalzene) Pommes und Hummus.

Im nächsten Teil unseres Malaysia Blogs berichten wir von unserem Besuch im Semenggoh Wildlife Center und einer beeindruckenden Tour durch die Wetlands nahe Kuching.

Jessica
Autorin

Malaysia Reiseblog

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